• Karl Mayr

OA 170 - Zur 1000-jährigen Linde in St. Johann am Walde

St. Johann am Walde, die höchstgelegene Gemeinde unseres Bezirks (die Ortschaft Frauschereck liegt auf 708 m Seehöhe) bietet eine gute Auswahl an Wanderwegen. Einige der 20 Vereine des Ortes haben es sich zur Aufgabe gestellt, diese Wanderwege durch die schöne Landschaft des Gemeindegebietes zu gestalten und zu betreuen. So gibt es z.B. einen Weg der FF Frauschereck, der FF St. Johann, der JVP, des Musikvereins, des Kirchenchores, der Sportunion und der Volkstanzgruppe. Die Beschilderung der Wege ist vorbildlich.


Lageplan

Der Ausgangspunkt der Wanderwege ist die Informationstafel im Ortszentrum von St. Johann (Seehöhe 620 m) gegenüber der gotischen Pfarrkirche, die dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist. Der Kirchenpatron gab dem Ort den Namen und auch der im Volksmund gebräuchliche, weitaus bekanntere Name "Saiga Hans" ist aus dem mundartlichen "Sailiga (seliger) Hans" entstanden. Parkmöglichkeiten gibt es am Parkplatz hinter der Informationstafel oder beim nicht weit entfernten Gemeindeamt.


Wir entscheiden uns für den Weg der FF St. Johann, Nr. 321 und wandern in Richtung Westen am Gemeindeamt vorbei in den Ortsteil Obereck, wo wir dem gleichnamigen Güterweg nach links bis zum Faustballplatz der Beschilderung „321 - Zur Linde“ folgen. Dort wandern wir rechts abwärts nach Schauberg, überqueren die Landesstraße, gehen links an einer Tischlerei vorbei und überschreiten gleich wieder rechts das Moosbachl, dem mit 545 m tiefsten Punkt des Rundweges. Im Wald zweigen wir nach rechts ab und kommen nach ca. 700 m zum Anstieg nach links auf das Hohe Daxeck zur 1000-jährigen Linde.


Der Sage nach lebte neben der Linde der Bauer Josef Lindlhuber mit seiner Familie in ärmlichen Verhältnissen. Immer wieder wollte der Bauer die Linde fällen, um das Holz teuer zu verkaufen und die Schulden tilgen zu können. Beim ersten Versuch, die Linde zu fällen, überfiel ihn eine große Müdigkeit und er schlief ein. Am nächsten Tag fiel ihm das Werkzeug aus den Händen, die Axt wurde brennheiß und schwer wie Blei. Als er erneut zur Linde kam, waren die Äste wie ein schützender Zaun in die Erde gewachsen und eine Stimme sagte ihm, er solle den Baum stehen lassen, es wird nicht zum Nachteil sein. Josef lief erschrocken nach Hause zurück und der erste Sonnenstrahl fiel direkt auf einen Sack prall gefüllt mit Goldstücken. Josef wünschte der Linde: „Du sollst 1000 Jahre und älter werden.“ Die Linde ist inzwischen 400-500 Jahre alt, hat einen Stammumfang von ca. 8 m und wurde 1977 zum Naturdenkmal erklärt.


Gemeinsam mit dem Wanderweg 322 führt der Weg 321 hinunter nach Schlagereck. Nach einer kurzen Rast auf den Bänken neben der Schautafel gelangt man nun entweder nach links durch den schattigen Wald dem Weg Nr. 321 weiter folgend oder nach rechts auf dem Weg Nr. 320 am Waldrand entlang, durch die neue Siedlung nach ca. 7,5 km zurück zum Ortszentrum, wo sich eine Einkehr beim Metzgerwirt anbietet.



Das wär doch was?

Kennen Sie auch interessante Ausflugsziele in unserer Gemeinde oder in unserer Umgebung? So schreiben Sie bitte an Karl.Mayr@Ostermiething-aktiv.at

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