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  • Karl Mayr

OA 185 - Die Kagermühle

Die fünfte Mühle vom Quellgebiet des Mühlbachs gehörte der Familie Poschenauer. Dieses Geschlecht scheint schon im Jahre 1787 als Besitzer der Kagermühle auf. Die letzte der Familie war Ottilie Poschenauer, geb 1845 als Kagermüllertochter. Sie heiratete 1873 den Felix Hennermann, Sohn des Bauern vom Grömergute in Riedersbach.

Eine Säge mit einem Blatt stand neben dem Mühlbach ca. 80 m entfernt knapp unterhalb der Einmündung des Moosbachs und hatte Unterwasserantrieb. Die alte Säge wurde 1905 stillgelegt.

Josef Huber und Phennapha Pinamkha, die heutigen Besitzer, zeigen die Baupläne eines Oberndorfer Baumeisters: „Im Jahre 1909 wurde das Wohnhaus und die Mühle von Ferdinand Hennermann neu errichtet. Erst später 1948 wurde von Baumeister Messerklinger der Getreidespeicher angebaut.“

Wohnhaus mit Getreidespeicher, 1948 angebaut

1920 wurde neben der Mühle eine neue Vollgattersäge gebaut, die mit einer Wasserturbine und auch einer Dampfmaschine angetrieben werden konnte.

Huber erzählt weiter: „Meine Mutter (geb. 1930) hat mit 14 Jahren als Dienstmagd in der Kagermühle gearbeitet und ich selber noch habe auf meinem Schulweg vom Bäcker Franzl zur Volksschule die Gatter der Säge gehört.“

Die Mühle wurde in den frühen 1970er Jahren ruhend gemeldet und war in dieser Zeit im Besitz der Familie Hennermann. Anna Hennermann, Ehefrau des Kagermüllersohns Ferdinand Müller (verst. 1951), ), vererbte die Mühle an Johann Bauböck und Adolf Widl.

Links die Säge, rechts das Wohnhaus mit Mühle

„Ich habe die Mühle im Dez. 2000 in einem schon sehr schlechten Zustand gekauft“, berichtet Huber weiter. „Vor dem Abriss hat mir der Herbert Graf noch alles fotografiert. Man sieht auf den Fotos das Holzgebäude in dem die Säge eingebaut war. Die Mühle war im hinteren Teil des Wohngebäudes untergebracht. Einen Walzenstuhl, gebaut von der Maschinenfabrik Geislingen, haben wir uns noch aufgehoben.“

Neben der Mühle steht mit Blickrichtung zur Ostermiethinger Pfarrkirche die Kagermühlen Kapelle. Ursprünglich stand die Kapelle etwa 10 Meter weiter von der Straße entfernt, diese wurde jedoch abgetragen und im Jahr 1923 am heutigen Standort völlig neu errichtet. Die Aufschrift auf der Giebelmauer erinnert an die Erbauer Ferdinand u. Therese Hennermann.

Das Foto zeigt die Kapelle im Jahr 2000 noch mit den alten Gebäuden der Mühle im Hintergrund. Die Kapelle wurde 2017 saniert.

Der Initiative des heutigen Besitzers ist es zu verdanken, dass alljährlich eine Maiandacht bei der Kagermühlen Kapelle abgehalten wird. Mit Josef Huber, einem langjährigen Mitglied des Kleintierzüchtervereins Ostermiething, wird der Verein in die Feierlichkeit eingebunden.


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