• Karl Mayr

Die Mühlen in Ostermiething

von Karl Mayr, Diepoltsdorf


Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es im Umkreis von Ostermiething viele Mühlen und Sägewerke, im Volksmund auch die „14 Nothelfer“ genannt.


Alleine am Mühlbach von Sinzing bis Ostermiething wurden zehn Mühlen, vier Sägewerke, ein Elektrizitätswerk und eine Hammerschmiede betrieben.


Ortsnamen und Straßennamen wurden nach den Mühlen benannt. Die Straße in der Nähe der Mühlen wurde in „Mühlenstraße“ und „Mühlen Bezirksstraße“ benannt und der „Stubmühlenweg“ führt zur gleichnamigen Mühle.

(1) die Fuchsmühle, daneben die Hammerschmiede mit einem großen Schleifstein

(2) die Bachmühle

(3) die Stubenmühle mit Sägewerk

(4) die Mittermühle mit Sägewerk

(5) die Kagermühle mit Sägewerk

(6) die Hehermühle

(7) die Zenzlmühle mit E-Werk

(8) die Gugel- oder Kugelmühle

(9) die Panhausermühle

(10) die Lindlbauermühle mit Sägewerk


Aber auch an anderen Bächen wurden Mühlen betrieben. Die Ernstinger Mühle (11) und die Pauli Mühle (12) am Ernstinger Bachl, dessen Wasser aus mehreren Quellen unterhalb von Ernsting stammt und später ebenfalls in den Mühlbach fließt, sowie am Steinbach die Müllner-Franzl Mühle (13).


An der Südostseite der Gemeinde stand in Diepoltsdorf die Ofenwanger Mühle (14), welche wahrscheinlich die älteste in unserer Gegend war.


Es hat sich erfreulicherweise im Jahre 1974 auch der Ostermiethinger Karl Stauber für die Mühlen interessiert und hat einen kleinen Katalog mit Beschreibungen der Mühlen in Ostermiething erstellt. Glücklicherweise hat sein Nachbar, der „Mittermüller“ Josef Engelsberger diesen Katalog aufbewahrt und für diesen Artikel zur Verfügung gestellt.

Aus dem Mühlen Katalog von Karl Stauber, 1974

Auch die heutigen Besitzer erzählen sehr interessant über das, was sie noch von der damaligen Zeit als Kinder wissen oder überliefert bekommen haben. Da wird vom Schrank das Fotoalbum hervorgeholt, vom damaligen Umbau oder Abriss erzählt, wo der Mühlbach damals geflossen ist und der Alltag eines Müllermeisters geschildert. Sogar Zeichnungen und alte Werkzeuge werden gezeigt.


Ostermiething war als Standort für Mühlen durch das nach Westen der Salzach hin abfallende Gelände und das quellenreiche Wiesengebiet begünstigt. Die Ostermiethinger Mühlen hatten ein großes Einzugsgebiet. Von Haigermoos, Franking, Tarsdorf, Geretsberg bis Gilgenberg kamen die Bauern, um in Ostermiething ihr Getreide zu mahlen und ihr Holz sägen zu lassen.




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