• Karl Mayr

OA 129 - Die Kager Mühlen Kapelle

An der Römerstraße, neben der Kager Mühle, steht mit Blickrichtung zur Ostermiethinger Pfarrkirche die Kager Mühlen Kapelle.

Ursprünglich stand die Kapelle etwa 10 Meter weiter von der Straße entfernt, diese wurde jedoch abgetragen und im Jahr 1923 am heutigen Standort völlig neu errichtet. Die Aufschrift auf der Giebelmauer erinnert an die Erbauer Ferdinand u. Therese Hennermann.

Seit dem Jahr 2000 befindet sich die Kager Mühle und somit auch die Kapelle im Besitz von Josef Huber, dem an dieser Stelle ein Dank für die Instandhaltung ausgesprochen wird. Das Foto oben (Quelle Josef Huber) zeigt die Kapelle im Jahr 2000 noch mit den alten Gebäuden der Mühle im Hintergrund.


Das Innere der Kapelle ist mit einem Marienaltar hinter einem Gitter aus Schmiedeeisen, einem schlichten Gebetschemel und zweifarbigem Pflaster aus Marmor ausgestattet. Aus den Seitenfenstern aus Dickglas erstrahlt farbiges Licht.


Der Altar enthält ein Andachtsbild der Maria de Perpetuo Succursu. Diese Darstellung der Gottesmutter mit dem Kind auf dem Arm erlangte seit der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts auf der Insel Kreta eine große Verbreitung. Die griechischen Buchstaben auf dem Bild geben abgekürzt die Namen der dargestellten Personen an: Jesus Christus, Mutter Gottes, Erzengel Gabriel (rechts) und Erzengel Michael (links).

Die Darstellungsweise dieser Ikone ist der Ostkirche entlehnt. Die dort weit verbreitete Ikone der Hodegetria = Wegweiserin ist hier verschmolzen mit der sogenannten Strastnaja = Muttergottes vom Leiden. In der römisch-katholischen Kirche wird diese Ikone unter dem Titel Mater de perpetuo succursu = Mutter von der immerwährenden Hilfe verehrt.

Den Namen Passionsmadonna hat sie erhalten, weil sich der Sohn auf Mariens Arm, Christus, angstvoll zum Erzengel Gabriel umwendet, der ihm das Kreuz entgegenhält. Von der anderen Seite naht sich der Erzengel Michael mit den Passionszeichen Lanze und Ysopstab. Das Kind erschrickt beim Anblick dieser Vor-Zeichen des Todes und klammert sich ängstlich an die Hand der Mutter. Dabei fällt ihm vor Schreck die Sandale vom Fuß.

Diese Ikone ist eines der meistverehrten Gnadenbilder in der römisch-katholischen Kirche. Das Original befindet sich in der Redemptoristenkirche San Alfonso auf dem Esquilin in Rom.


Der Initiative des heutigen Besitzers ist es zu verdanken, dass seit 7 Jahren alljährlich, heuer am 25. Mai, eine Maiandacht bei der Kager Mühlen Kapelle abgehalten wird. Und mit Josef Huber als langjährigem Mitglied des Kleintierzüchtervereins Ostermiething, wurde der Verein in die Feierlichkeit eingebunden.



3 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen