OA189 - Der Schilling vor 100 Jahren
- Karl Mayr
- 24. Juni 2025
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Mit dem Zusammenbruch der Monarchie nach dem ersten Weltkrieg und der Liquidation der Oesterreichisch-ungarischen Bank war klar, das die junge Republik Österreich eine eigene Notenbank brauchte. So wurde die Österreichische Nationalbank gegründet, die am 1. Jänner 1923 ihre Tätigkeit aufnahm.
Die erste große Bewährungsprobe dieses neuen Noteninstitutes stellte während der Hyperinflation in dieser Zeit die Stabilisierung der österreichischen Währung dar. Dies geschah durch das „Schillingrechnungsgesetz“ vom 20. Dezember 1924, mit welchem per 1. Jänner 1925 bzw. 30. Juni 1925 die Schillingwährung eingeführt wurde. Der Schilling löste die seit 1892 gültige Kronenwährung ab, die Umrechnung betrug 1 Schilling für 10.000 Kronen.

Der österreichische Schilling war, trotz turbulenter Zeiten und unterbrochen durch die Nazi-Zeit, bis zur Einführung des Euro am 1.1.2002 eine international anerkannte und stabile Währung.

Auch die Kaufkraft stieg in den letzten 100 Jahren deutlich an. Waren es im Jahr 1925 noch 44 Minuten, so sind es derzeit 18 Minuten, die man für 1 kg Schwarzbrot arbeiten muss.
Jahr | Lohn für 1 Stunde Arbeit | Preis 1 kg Schwarzbrot | Arbeitszeit für 1 kg Brot |
1925 | 88 Groschen | 65 Groschen | 44 Minuten |
1975 | 26 Schilling | 8 Schilling 14 Groschen | 19 Minuten |
2025 | 17 EUR | 5 EUR | 18 Minuten |
Für ein Haus in Ostermiething mit 7 Wohnräumen zahlte man laut Annonce vom 9.1.1925 in der Neuen Warte am Inn nur 90.000.000 Kronen = 9.000 Schilling, was einem heutigen Wert von 48.000 EUR entspricht.





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