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OA193 - Feuerwehrübung 1926

  • Karl Mayr
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 20 Stunden

Was geschah vor 100 Jahren?

Am 18. April 2026 fand am Anwesen der Fam. Stögbuchner in Diepoltsdorf eine großangelegte Alarmstufe-3-Übung statt, die den beteiligten 12 Feuerwehren mit insgesamt 137 Kameradinnen und Kameraden einiges abverlangte. Im weitläufigen und verrauchten Areal galten 13 Kinder sowie ein Erwachsener als vermisst und forderte eine hohe Anzahl an Atemschutztrupps. Die prekäre Wasserversorgung bei wenig ergiebigen und weit entfernten Entnahmestellen erforderte den Aufbau langer Leitungen und ein kluges Wassermanagement.

Alarmstufe 3 Übung am 18.4.2026 in Diepoltsdorf
Alarmstufe 3 Übung am 18.4.2026 in Diepoltsdorf

Wir konnten bei dieser Großübung eindrucksvoll beobachten, wie unsere Feuerwehren Ostermiething und Ernsting mit den anderen Feuerwehren unseres Abschnitts und den Nachbarn aus Bayern zusammenarbeiten.

Schon vor hundert Jahren hielten unsere Feuerwehren Ostermiething und Ernsting gemeinsame Übungen ab. Und auch die Zusammenarbeit mit Bayern war schon selbstverständlich.

Bereits seit etwa 1900 wurde in der Feuerwehr Ostermiething auf die Sanitätsausbildung großer Wert gelegt. Federführend war der Gemeinde- und Feuerwehrarzt Dr. Jezirsky. Er war es auch, der sich für die Beschaffung eines Sanitätswagens stark machte. So wurde im Jahre 1926 von den Gemeinden Ostermiething, St. Radegund und Tarsdorf ein Sanitätswagen erworben. Stationiert wurde er bei der Feuerwehr Ostermiething.

In den damaligen Printmedien war darüber zu lesen:

Neue Warte vom 27.8.1926

Bald nach dem Ein-Uhr Glockenschlag ertönte der Feuerruf. Schnell kamen die zur kombinierten Übung beorderten Feuerwehren Ostermiething und Ernsting, erstere mit einer Dampf- und einer Saugspritze, letztere mit einer Saugspritze angefahren und bereits in einigen Minuten ergossen sich die mächtigen Wasserstrahlen auf das als Brandobjekt angenommene Pöllnerhaus (das heutigen VKB Gebäude) und die bedrohten Nachbargebäude.

Die Übung wurde, von kleinen Mängeln abgesehen, recht gut durchgeführt. Besonderes Interesse erweckte das Arbeiten der Rettungsabteilung, bei welcher auch der von den Gemeinden Ostermiething, St. Radegund und Tarsdorf erst vor kurzem angekaufte Rettungswagen in Verwendung trat.

Sanitätswagen erworben 1926 von den Gemeinden Ostermiething, Tarsdorf und St. Radegund (c) FF Ostermiething
Sanitätswagen erworben 1926 von den Gemeinden Ostermiething, Tarsdorf und St. Radegund (c) FF Ostermiething

Vorgeführt wurden die Behandlung eines Armbruches, einer Rauchvergiftung und eines Schenkelbruches. Man konnte sehen, daß die vom Gemeindearzt Dr. Jezierski gut durchgebildete Mannschaft mit Liebe und Verständnis dem wichtigen Dienste sich widmen.

Im Anschluß fand die Delegiertenversammlung statt. Der Vorsitzenden Bezirksverbandsobmann Kohlbacher sprach nicht nur allen 250 erschienenen Wehrkameraden aus Österreich, sondern auch besonders den Kameraden aus Bayern seinen Willkommensgruß aus. Zum Schlusse sprach noch der altbewährte Kamerad Franz Eichelseder von St. Radegund über den von ihm aufgestellten Übungsplan, welcher allgemeinen Beifall fand. Der Feuerwehrtag in Ostermiething hat gewiß wieder viel zur Aneiferung der Ausgestaltung des Wehrwesens in unserem Bezirke beigetragen.

Karl Mayr, Diepoltsdorf

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