OA191 - Das Telephon kommt
- Karl Mayr
- 4. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Was geschah vor 100 Jahren?
Wir sehen alle, wie gerade der Glasfaser-Ausbau in Ostermiething vorangetrieben wird. Vergleichbar war vor 100 Jahren die Verlegung der Drähte für das „Telephon“ hoch aktuell.
In den damaligen Printmedien war über Ostermiething zu lesen:
Neue Warte am Inn vom 18.9.1925
Böllersalven verkündeten seit früher Morgenstunde, dass in Ostermiething etwas ganz besonderes gefeiert wird. Unser Pfarrmesner Thomas Schrott feiert mit seiner Ehefrau Theresia die 40jährige Jubelhochzeit, verbunden mit dem 44jährigen Mesner Jubiläum.40 Jahre sind eine lange Zeit und Wenigen ist es gegönnt, solche Feste zu feiern. Deswegen waren schon zum Kirchenzuge, der um 10 Uhr vom Gasthofe König weg stattfand, eine große Menge Gäste gekommen, um das Jubelpaar zu ehren, unter ihnen einige Berufskollegen des Mesners aus den Pfarreien des Dekanats. Im Gotteshause hielt Hochw. Herr Dechant Kastner eine ergreifende Ansprache und segnete den vor 40 Jahren geschlossenen Bund aufs neue ein.
Neue Warte am Inn vom 27.11.1925
Nun wird auch für uns Bewohner von Hinterindien die Welt erschlossen. Mit dem Telephon ist es jetzt wirklich ernst. Nächste Woche werden bereits die Drähte gespannt, und zwar bis Ostermiething. Eine Zweigleitung wird gebaut von Wildshut nach St. Pantaleon. Einen Autoverkehr haben wir bereits und wöchentlich zweimal verkehrt auch ein Postwagen zwischen Ostermiething und Oberndorf. Auch die Hauptleitung des elektrischen Ueberlandwerkes geht über unsere Gefilde und die Leitung der Firma Stern & Hafferl ist bis auf eine kurze Strecke ausgebaut. St. Pantaleon erstrahlt bereits seit einer Woche im Stern & Hafferllicht. Auch ein Arzt ist wieder in St. Pantaleon, nämlich Herr Dr. Alois Staufer, ein sehr freundlicher, liebenswürdiger Herr, welcher der ganzen Bevölkerung höchst willkommen ist. Der Bau der Autostraße durch unser Gemeindegebiet ist jetzt vollendet. Die Bergbauarbeiter, welche den Straßenbau durchführten sind nun wieder arbeitslos und, da der Bergbau noch immer stille steht, wieder auf die Arbeitslosenunterstützung angewiesen. Auto durchrasen unsere Gegend und sogar Flieger verirren sich ab und zu ins schöne Salzachtal. An Unterhaltungen ist auch kein Mangel, also was wollen wir noch mehr?

Linzer Volksblatt vom 22.12.1925
Am 21. Dezember wurde bei den Post- und Telegraphenämtern in Wildshut und Ostermiething der Fernsprechbetrieb eingeführt und eine öffentliche Sprechstelle dem Verkehre übergeben.





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