OA190 - Der neue Autobus
- Karl Mayr
- 24. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. März
Was geschah vor 100 Jahren?
Auch vor hundert Jahren waren in Ostermiething Themen wie die Verkehrsanbindung per Bus und Bahn, das Krankenhaus oder der Hochwasserschutz hoch aktuell. In den damaligen Printmedien war über Ostermiething zu lesen:
Das interessante Blatt vom 8.1.1925
Frau Theresia Datz, Metzgermeisterswitwe in Ostermiething feiert ihren 100. Geburtstag.

Neue Warte am Inn vom 6.2.1925
Am Sonntag fand eine Gemeinderatssitzung statt, bei welcher Herr Sebastian Lindlbauer wegen Krankheit die Bürgermeisterstelle niedergelegt hat. Der bisherige Vizebürgermeister, Herr Leopold Mayer, Besitzer des Kothlechnergutes in Ostermiething, wurde mit großer Stimmenmehrheit zum neuen Bürgermeister gewählt. Vizeburgermeister wurde Herr Friedrich Hitzginger, Kaufmann in Ostermiething. Nach dem jetzigen Stande sitzen in der Gemeindevertretung zehn Bauern, sechs Gewerbetreibende, ein Kleinhäusler und ein Arbeiter.
Linzer Tagespost vom 15.3.1925
Der Plan, tägliche Autofahrten von Braunau über Ach nach Lamprechtshausen einzurichten, scheint sich verwirklichen zu wollen, da einige Gemeinden Beiträge zusicherten. Die Gemeinde Ostermiething erklärte, wenn das Auto Ostermiething berührt, 4000 Schilling zu zeichnen. Haigermoos gibt 800 Schilling, St. Pantaleon 2000 Schilling.
Innviertler Volkszeitung vom 19.3.1925
Es schneit, als steckten wir noch im tiefsten Winter. Die „40 Märtyrer" stellten sich mit dem Schneewetter ein und die nächsten Tage brachten eine Kälte, die am Freitag, dem 13. sogar einen Thermometerstand von Minus 16.5 Grad Celsius zur Folge hatte. Hoffentlich stürmt es sich jetzt aus und es werden schöne Ostern.
Linzer Tagespost vom 12.4.1925
Der Dampfbrauereibesitzer König von Ostermiething lässt gegenwärtig den sogenannten Binderstadel abreißen. Bei dieser Arbeit fiel ein großer, schwerer Tram auf den Boden herab und traf den etwa 25 Jahre alten Zimmerer Franz Blüml, wodurch er an den Füßen schwere Verletzungen erlitt. Blüml musste in das Krankenhaus Tittmoning überführt werden, da der Gerichtsbezirk mit 10 Gemeinden und 16.000 Einwohnern kein Spital besitzt.
Neue Warte am Inn vom 1.5.1925
Wir begrüßen die beiden Autolinien, die am Sonntag dem 25. April eröffnet wurden, auf das Lebhafteste als ersten Schritt zur Herstellung menschenwürdiger Verkehrsverhältnisse im oberen Teile des Bezirkes Braunau.Die Feierlichkeiten begannen in Ostermiething das aufs Herrlichste geschmückt war. Auf dem Platze vor der Brauerei König war eine Bühne für die Festgäste aufgestellt worden. Am Ende des Dorfes harrten die Vereine von Ostermiething und die anderen Festteilnehmer der Ankunft des Landeshauptmannes. Einige Männer waren in der alten Innviertler Tracht und einige Bäuerinnen mit Goldhauben erschienen. Verschiedene Vereine und die Schuljugend bildeten ein Spalier. Unter Böllerschüssen und Musikklang traf gegen 10 Uhr Landeshauptmann Hauser ein. Bürgermeister Mayer von Ostermiething begrüßte den Landeshauptmann. Nachdem die Festgäste auf der Tribüne Platz genommen hatten, hielt Herr Oberlehrer Lothaller die Begrüßungsansprache. Er beschrieb den Jubel, den die Eröffnung des ersten modernen Verkehrsmittel im Salzachwinkel ausgelöst habe, und feierte den Landeshauptmann als wahren Landesvater und begrüßt insbesonders die Gäste aus dem benachbarten Bayern und aus Salzburg, mit denen die Bevölkerung schon seit Urzeiten durch enge Blutbande verbunden ist. Nach einem von einem Mädchen vorgetragenen Festgedicht nahm Herr Dechant Kastner von Ostermiething unter Assistenz des Herrn Pfarrers Rustler von Haigermoos und des Herrn Kooperators Gierlinger die Weihe der drei neuen Autobusse vor. Nach der Weihe ersuchte der Herr Dechant den Landeshauptmann um die Vornahme der Eröffnung der Linien, worauf dieser das Wort ergriff. Der Landeshauptmann bezeichnet die Linien als einen Vorläufer der mittlerweile schon dreißig Jahre lang geplanten Weilhartbahn. Mit einem Hoch auf Ostermiething schloss der Landeshauptmann seine Rede und erklärte die Autolinie für eröffnet. Es folgte eine Defilierung der Vereine und hierauf begaben sich die Festgäste in den herrlich geschmückten Saal der Brauerei König, um einen Imbiss einzunehmen. Danach begann unter strömenden Regen die Weiterfahrt über Tarsdorf und Hochburg nach Braunau.

Linzer Volksblatt vom 30.8.1925
Aus Ostermiething wird gemeldet, dass in der Nacht zum 27.8. die Salzach derart weit über die Ufer trat, dass sie die Gründe der Ortschaften Ostermiething, Steinbach, Simling und Ettenau unter Wasser setzte. Die in diesem Gebiete liegenden Häuser mussten geräumt werden. Kartoffel, Kraut, Rüben usw. wurden durch das Hochwasser teilweise, das Grummet vollständig vernichtet. Der Schaden geht in die Tausende Schillinge. Die betroffenen Grundbesitzer sind umso härter betroffen, als sie nicht einmal das nötige Grünfutter für das Vieh haben. Der im Bau befindliche Schutzdamm an der Salzach wurde teilweise durchbrochen, wodurch gleichfalls ein Schaden von Tausenden von Schillingen entstand. Der Wasserstand betrug nahezu drei Metier über Null.




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